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Kontinenzberatungsstelle der Dt. Kontinenzgesellschaft
Neurophysiologie des Beckenbodens

Inkontinenz, eine mangelnde Harnblasen- oder Stuhlkontrolle, kann als quälendes Symptom bei verschiedenen gynäkologischen, urologischen und neurologischen Erkrankungen sowie auch bei Stoffwechselstörungen und nach Unfällen auftreten. Eine sichere und exakte Diagnosestellung und bestmögliche Therapie erfordert wegen der hohen Komplexität von Anatomie und Steuerung der Blasenfunktion eine interdisziplinäre Herangehensweise, die wir in den Katharina-Kasper-Kliniken im Kontinenzzentrum realisiert haben. Nach individuell auf die Bedürfnisse jeder(s) Patientin/Patienten zugeschnittenen Untersuchungen wird in interdisziplinären Fallkonferenzen in enger Kooperation zwischen den beteiligten Fachabteilungen (Urologie, Gynäkologie, Innere Medizin, Chirurgie, Geriatrie, Neurologie und Physikalische Therapie) das individuelle therapeutische Vorgehen auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnis festgelegt. Es stehen neben einer Vielzahl operativer Verfahren, medikamentöse und physikalisch-rehabilitative Behandlungsoptionen zur Verfügung. Die erarbeiteten Behandlungsvorschläge werden detailiert erläutert. Im Interesse der Patienten besteht eine sehr enge Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Ärztliche Fortbildungsveranstaltungen geben darüberhinaus Gelegenheit zum interdisziplinären medizinischen Austausch.

Eine adäquate Diagnostik umfasst neben den Untersuchungen der jeweiligen Fachgebiete auf neurologischer Seite eine umfassende Anamnesenerhebung und vollständige klinische Untersuchung. Neurophysiologische (Reflex-) Untersuchungen sind bei der genauen Einordnung der Störung oft entscheidend. So kann mittels des elektrisch ausgelösten Bulbocavernosusreflexes (BCR) das Sakralmark, in dem das periphere vegetative (parasympathische) Blasen- und Sexualzentrum liegt, getestet werden. Mit dem Pudendus-SEP kann die sensible Reizleitung, welche für die Wahrnehmung z. B. des Blasenfüllungsdruckes, das Gefühl des Harndrangs zuständig ist, objektiv neurophysiologisch beurteilt werden. Magnetisch evozierte Potentiale erlauben zudem die Beurteilung der motorischen Nervenbahnen vom Kopf über das Rückenmark zu peripheren Nerven und Blase.

Im Zusammenhang mit und unabhängig von einer Inkontinenz kommt die erektile Dysfunktion vor.

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